07.03.18 ASB Landesverband Saarland e.V.

Aktivierungstherapie für Menschen mit Demenz im Seniorenheim St. Andreas

Seit Februar 2018 hat die Soziale Betreuung im ASB-Seniorenheim St. Andreas in Homburg-Erbach begonnen, das so genannte Programm MAKS (Motorisches-Alltagspraktisches-Kognitive Fähigkeiten-Spirituelles) umzusetzen.

Bei dieser Aktivierungstherapie für Menschen mit Demenz wurden zum einen Rituale wie das Begrüßungs-, Abschluss- und Bewegungslied eingeführt. Das Programm beinhaltet zudem einen motorischen Teil am Vormittag mit Bewegungen im Stuhlkreis. Als interessante Hilfsmittel dienen Bälle, Ringe, Wurfscheibe, etc. Natürlich gehören Trinkpausen dazu. Vor dem gemeinsamen Mittagessen können die BewohnerInnen mithelfen, den Tisch zu decken. Nachmittags findet erneut eine Gruppe statt. Hier geht es insbesondere darum, den kognitiven Bereich der TeilnehmerInnen anzusprechen.
Die MitarbeiterInnen der Sozialen Betreuung bereiten die Gruppe zu den verschiedenen Themen mit Gedächtnisübungen, Spielen, kurze Vorleseeinheiten und jahreszeitlichen, festtäglichen Themen vor. Darüber hinaus wird die Teilnahme der BewohnerInnen dokumentiert, wobei vor allem darauf geachtet wird, das Wohlbefinden der TeilnehmerInnen zu beschreiben.

Die Aktivierungstherapie für Menschen mit Demenz wurde von der Psychiatrischen Universitätsklinik in Erlangen (Bereich Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie) entwickelt. Die Studie wurde von Dezember 2008 bis Januar 2010 mit 98 BewohnerInnen aus fünf Pflegeheimen der Diakonie Neuendettelsau (Mittelfranken) durchgeführt. Gruppen aus zehn BewohnerInnen erhielten über zwölf Monate zwei Stunden täglich an sechs Tagen/Woche dieses Angebot. Kontrollgruppen erhielten die übliche Versorgung. Die StudienteilnehmerInnen wurden bei Studienbeginn, nach einem Jahr zum Zeitpunkt der Beendigung der Therapie und erneut zehn Monate später untersucht. Die Auswertung erfolgte anhand von Standard-Testverfahren.
Im Laufe der 12-monatigen Therapiephase konnten die TeilnehmerInnen ihre kognitiven und alltagstauglichen Fähigkeiten im Durchschnitt erhalten, wohingegen sie in den Kontrollgruppen nachließen.
Vor allem BewohnerInnen mit leichter bis mittelschwerer Demenz profitieren von diesem Programm.