11.04.19 ASB-Landesverband Saarland e.V.

Ein Traum seit Kindertagen: Einsatz auf dem Rettungswagen

Dennis Neis (25), Christof Essling (34) und Henrik Wunn (18) sind als Rettungsfachpersonal auf der ASB-Rettungswache in Saarbrücken-Brebach tätig. Über ihre Arbeit und Motivation haben sie uns im Interview erzählt.

  • Wann wurde für Euch klar, dass ihr im Rettungsdienst arbeiten wollt?

Christof: Die Arbeit im Rettungsdienst war schon seit Kindertagen mein Traum. Über freiwillige Praktika in den Ferien kam ich dazu, ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) im Rettungsdienst zu absolvieren. Es folgte eine Berufsausbildung zum Rettungsassistenten. Nach nunmehr zwölf Jahren im Dienst habe ich jetzt die Gelegenheit wahrgenommen, die Weiterqualifizierung zum Notfallsanitäter anzugehen.
Dennis: Ich hatte schon seit meiner Schulzeit Interesse am Rettungsdienst. Bevor ich zum ASB kam, war ich zunächst im Katastrophenschutz tätig. Dann absolvierte ich die Rettungssanitäter-Ausbildung parallel zur Krankenpflegeausbildung. Nach meinem Examen startete ich als Hauptamtlicher im ASB-Rettungsdienst.
Henrik: Ich habe mich in der Oberstufe dazu entschieden, da ich sehr großes Interesse an diesem Teil der Notfallmedizin habe. Ich absolviere daher gerade meinen Bundesfreiwilligendienst (BFD) im Rettungsdienst und werde ab Oktober mein Studium in Elektrotechnik beginnen.

  • Habt Ihr Euch vorher bereits ehrenamtlich im Rettungsdienst engagiert?

Alle: Ja, wir waren schon ehrenamtlich bei verschiedenen Hilfsorganisationen tätig.

  • Was hat Euch bewogen, auf der ASB-Rettungswache in Brebach zu arbeiten?

Dennis: Ich kam im Zuge eines Praktikums zum ASB und war dann zunächst ehrenamtlich tätig, da mir das Klima, die Stimmung und die Arbeitsweise beim ASB gefallen haben.
Henrik: Ein Grund war für mich, dass die Wache in Brebach nah an meinem Zuhause liegt, aber nicht direkt in meinem Wohngebiet. Es wäre für mich undenkbar, zu einem Notfall gerufen zu werden, der meine Familie betrifft. Zudem war mir der ASB von einem Klassenkameraden empfohlen worden.

  • Wie verlief Eure Ausbildung in Theorie und Praxis?

Henrik: Zuerst war ich über einen Zeitraum von vier Wochen einmal wöchentlich in der Rettungsdienstschule in St. Ingbert. Danach fand die erste Prüfung statt. Es folgte ein 4-wöchiges Praktikum über insgesamt 160 Stunden im Klinikum Saarbrücken. Anschließend absolvierte ich ein 4-wöchiges Praktikum auf der Rettungswache mit der abschließenden Prüfung zum Rettungssanitäter. Im Praktikum auf dem Rettungswagen fährt man mit zwei erfahrenen Kollegen zu den Einsätzen. Anfangs darf man einfache Tätigkeiten wie Messen des Blutdrucks oder des Blutzuckers und den Transport an sich ausführen. In der Rettungsdienstschule wurden wir neben den medizinischen Inhalten über den Umgang mit schweren psychischen Belastungen und in den Bereichen Organisation, Hygiene und Infektionsschutz unterrichtet.
Dennis: Ich hatte zwei Mal in der Woche abends Schule, da ich die Ausbildung zum Rettungssanitäter berufsbegleitend neben meiner Krankenpflegeausbildung absolvierte.

  • Musstet Ihr nach der Schulzeit in Ausbildung und Beruf mit größeren Umstellungen zurechtkommen? Gibt es Unterschiede in Tag- und Nachtschichten?

Alle: Auf Grund der Schichtdienste mussten wir uns in Bezug auf Alltag und Freizeit anpassen, was uns aber nicht schwergefallen ist. Nachtschichten haben Vor- und Nachteile. Einerseits ist es natürlich anstrengend, wenn man mitten in der Nacht raus muss, andererseits hat man am Tag dann mehr Zeit für Familie, Freizeit oder Erledigungen. Nachteilig kann sein, dass man einen völlig anderen Rhythmus als seine Freunde hat und am Tag eventuell nicht so viel zusammen unternehmen kann, da man nach einer 12-Stunden Schicht meist sehr müde ist. Zudem können Nachtdienste auch mal gefährlicher sein, da man nachts häufiger alkoholisierte Patienten versorgen muss. Eine Zunahme von aggressivem Verhalten gegenüber Rettungskräften ist jedoch am Tag und in der Nacht gleichermaßen zu beobachten.

  • Was macht den Beruf des Notfall- bzw. Rettungssanitäters so interessant?

Christof: Wenn ich meinen Dienst beginne, weiß ich nicht was mich erwartet. Jeder Einsatz birgt eine neue Herausforderung. Zudem ist der direkte Kontakt zu den Menschen für mich etwas Besonderes.
Dennis: Ich liebe den Beruf, da er abwechslungsreich und spannend ist. Es ist schön, wenn man Menschen, die Hilfe brauchen, gerade in Ausnahmesituationen beiseite stehen kann.
Henrik: Ich lerne auch viel über das Leben. Menschen, denen wir helfen, erzählen ihre Geschichten, man lernt viele Gesellschaftsschichten kennen. Außerdem gefällt mir die Arbeit im Team. Meine Kollegen sind inzwischen wie meine zweite Familie, da ich fast mehr Zeit mit ihnen verbringe als mit meiner eigenen Familie.

  • Welche Fähigkeiten sollte man im Rettungsdienst mitbringen?

Alle: Man sollte flexibel und teamfähig sein, sich für die Arbeit begeistern sowie Verantwortungsgefühl und soziale/emotionale Kompetenzen mitbringen. Zudem sollte man Privates vom Beruf trennen und charakterlich gefestigt sein, um schwierige Situationen verarbeiten zu können.

  • Was gefällt Euch besonders am ASB als Arbeitgeber?

Alle: Uns gefällt das gute Arbeitsklima, die Harmonie unter den Kollegen und die familiäre Atmosphäre. Die Führung hat immer ein offenes Ohr für uns, gemeinsam werden immer Lösungen gefunden.

  • Was möchtet Ihr Schülern und angehenden Azubis mit auf den Entscheidungsweg geben, sich im Rettungsdienst zu engagieren?

Alle: Wenn man sich für den Rettungsdienst interessiert, sollte man zunächst einige Probeschichten mitfahren, um zu sehen, ob die Anforderungen in diesem Beruf für einen selbst passen. Auch sollte man gesundheitlich fit sein, da man oft schwer tragen und heben muss. Insgesamt ist die Arbeit im Rettungsdienst sehr interessant, spannend, abwechslungsreich und herausfordernd. Man tritt nie auf der Stelle, gerade im medizinischen Bereich gibt es ständig Neuerungen und man befindet sich durch die obligatorischen Fortbildungen in einem andauernden Lernprozess.
Es ist ein toller Beruf!

Info:
Wer sich beim Rettungsdienst bewerben möchte, muss mindestens 18 Jahre alt sein und den Führerschein Klasse B besitzen.
Eine psychische und gesundheitliche Eignung ist zudem Voraussetzung.

Qualifikationen im Rettungsdienst:
Notfallsanitäter:
- Höchste nichtärztliche Qualifikation im Rettungsdienst (bis 2013 Rettungsassistent)
- Dreijährige Ausbildung mit staatlicher Abschlussprüfung (Berufsfachschule, Krankenhaus, Lehrrettungswache)
Rettungssanitäter:
- Kürzere Ausbildung (mind. 520 Std.) mit Abschlussprüfung (Grundlehrgang, Praktika in Krankenhaus und Rettungsdienst, Abschlusslehrgang)