03.07.18 ASB-Landesverband Saarland e.V.

Einen Traum noch einmal wahr werden lassen…

Mit dem Wünschewagen in die Normandie. Ein Reisebericht.

Ralf und Markus kennen sich von klein auf – beste Freunde. Sie haben vieles gemeinsam erlebt, sind miteinander erwachsen geworden, haben geheiratet und Familien gegründet. Dann meldet sich das Schicksal und Ralf erkrankt vor ein paar Jahren schwer. Der Traum von der Wiederholung eines gemeinsamen Urlaubs mit allen in der Normandie, welche beide aufgrund der wunderschönen Landschaft, der Kultur, aber auch der Geschichte so mögen, muss aufgrund der gesundheitlichen Aspekte wiederholt in den Hintergrund gestellt werden. Leider geht es Ralf im Verlauf nicht besser und die Krankheit schreitet voran – die Möglichkeit nochmal gemeinsam eine schöne Zeit abseits der Sorgen zuhause zu verbringen erscheint unmöglich.
Doch dann lesen Markus und seine Frau Tanja über den Wünschewagen des ASB Saarland. „Wir haben einfach das Wünschewagen-Team über die Internetseite kontaktiert und hatten nicht wirklich damit gerechnet eine positive Antwort zu erfahren… Unser Anliegen erschien uns zu groß“, erzählt Tanja. Umso mehr war sie überrascht als schon eine Stunde später eine Antwort kam: „Wir machen die Fahrt!“.
Sofort machen sich Markus, Tanja und auch Ralfs Frau Sandra zusammen mit dem Wünschewagen-Team daran alles zu planen - beide Familien wollen die Zeit gemeinsam erleben. Ein Termin ist bald gefunden. Doch auch jetzt meldet sich das Schicksal wieder: Ralf geht es schlechter – der Rat aller Beteiligten: Die Fahrt muss früher stattfinden. Wieder läuft die Planung auf Hochtouren – es muss ein anderes Hotel gefunden und das Wünschewagen-Team neu zusammengestellt werden. Doch auch dies klappt und so macht sich der kleine Konvoi freitags auf die Reise ans Meer in den Nordwesten Frankreichs.
Die beiden Wunscherfüller Christoph (Ramm) und Achim (Huwer) erhalten dazu noch tolle Unterstützung: Jürgen ist Krankenpfleger und arbeitet im Hospiz, betreut Ralf auch dort und kann alle notwendigen pflegerischen und medizinischen Maßnahmen während der drei Tage kompetent weiter ausführen.
Die Anreise ist lang: Es geht an Metz vorbei, durch Paris und weiter in die Normandie. Trotz Pausen sind alle froh am frühen Abend im malerischen Örtchen Port-en-Bessin anzukommen. Markus und Tanja haben viel Arbeit übernommen und alles perfekt vorbereitet. Schnell sind die Zimmer bezogen, alles passend für den nicht alltäglichen Aufenthalt - auch für das Hotelpersonal – gemacht. Ralf geht es gut – trotz der beschwerlichen Anreise. Familie und Freunde sind neben den Wunscherfüllern die ganze Zeit für ihn da und so fällt langsam die erste Anspannung ab.
Am nächsten Tag steht dann viel auf dem Programm: Es geht an der Küste entlang und wir besuchen Omaha Beach – jenen geschichtsträchtigen Strand der D-Day Invasion.
Bei bestem Wetter und warmen Lüftchen finden wir schnell einen Parkplatz direkt am Strand. Das blaue Wasser nur im Blick zu haben erscheint allen zu wenig. Und so wird die perfekte Ausstattung des Wünschewagens ihrem Sinn gerecht: Mit hochgeschlagenen Hosen und sicherem Griff tragen wir Ralf mit dem speziellen Tragestuhl über den Sand nah ans Wasser, wo alle Eindrücke nochmal stärker erscheinen. Geschützt vor der Sonne unter einem Schirm erlebt Ralf diese intensiven Momente mit seiner Familie und seinen Freunden.
Danach geht es weiter: Wir besuchen noch weitere Aussichtspunkte im Verlauf der Küste, machen immer wieder mal eine kurze Pause um Sonne und Luft zu genießen. Zudem steht noch ein Besuch eines Militärmuseums auf dem Plan, in dem die geschichtlichen Hintergründe dieser Gegend, welche Ralf und Markus sehr interessieren, plastisch dargestellt werden.
Gegend Abend geht es dann nach einem erlebnisreichen Tag wieder zum Hotel. Ralf ist müde. Den Abend am Hafen muss er absagen und ruht sich auf dem Zimmer aus.
Die Rückreise am nächsten Tag verläuft ohne Probleme. Am Abend erreichen wir wieder das Hospiz und Ralf kann sich mit einem Lächeln im Bett zurücklegen. „Es war klasse!“ sagt er uns bei der Verabschiedung und lässt auch uns Wunscherfüller damit entspannen. Hatten wir uns doch zum Ziel gesetzt, allen ein wundervolles und wunscherfüllendes Wochenende zu ermöglichen.