Mitarbeiterporträt

Die Rente kann noch warten

Marianne Klos kümmert sich seit 25 Jahren um die Buchhaltung der ASB Sozial- & Pflegedienste gGmbH und damit vor allem um Zahlenkolonnen, Tabellen und Bilanzen. Was andere nervt, macht ihr Spaß. Deshalb mag die gebürtige Saarländerin auch noch gar nicht ans Aufhören denken.

Ohne Party „Danke“ sagen – Teil 2

 

Noch nie wäre sie angebrachter gewesen als 2020, die „Dankeschön-Party“ der Samariter im Saarland. 2013 ins Leben gerufen, hat es inzwischen längst gute Tradition, einmal im Jahr in geselliger Runde gemeinsam auf Geleistetes und Zukünftiges zu blicken – und Menschen  zu würdigen, die schon sehr lange für den ASB Landesverband oder seine Tochtergesellschaft tätig sind. Im „Corona“-Jahr gilt es aus den bekannten Gründen leider damit zu pausieren. Wenn schon die Feier dieses Mal ausfällt, so möchte der ASB-Landesvorstand doch keinesfalls aufs Bedanken verzichten. So auch bei  Marianne Klos. Sie gehört zu den drei diesjährigen Jubilaren, die an dieser Stelle mit einem Porträt vorgestellt und geehrt werden.  

Von wegen trockene Zahlen! Das mag für andere gelten, Marianne Klos sieht Buchhaltung ganz und gar nicht als tote Materie. „Ich finde meine Arbeit toll“, strahlt die gelernte Steuerfachangestellte. Für sie war von jeher, schon als Teenager, klar: Das ist mein Ding. „Später wollte ich auch nie aus dem Beruf weg.“ Interessieren sie doch immer auch die Menschen und Vorgänge, die hinter den Zahlen und Sachverhalten stehen. Und weil jede Biographie einzigartig ist und kein Tag dem anderen gleicht, sind auch Abrechnungen und Buchungen keineswegs sterbenslangweilig.

Wobei es vielleicht auch ein Stück weit an ihrem Arbeitgeber liegt. Früher war die gebürtige Saarländerin in einem Industriebetrieb tätig „Da habe ich mich nicht so wohl gefühlt.“ Sie kündigte und meldete sich beim Arbeitsamt. „Dann rief mich jemand vom ASB an und fragte, ob ich dort arbeiten  will.“ Sie wollte - und nennt es heute „eine glückliche Fügung“. Kann sie doch ihre Fähigkeiten jetzt im Dienst der guten Sache, im sozialen Bereich, einbringen. „Das gibt mir ein viel besseres Gefühl. Für die Pflege wäre ich ungeeignet, aber in der Buchhaltung bin ich gut aufgehoben.“ Das nötige zusätzliche Fachwissen zur Bilanzbuchhaltung  eignete sie sich nach der Arbeit in einem Kurs an der Abendschule des BFW Berufsförderungswerks in Saarbrücken an. Da war sie 24 Jahre alt.

Ihre Arbeit beim ASB begann sie 1995 in der Graf-Johann-Straße, „dann sind wir hierher gezogen“ in den Stadtteil Brebach. 20 Jahre pendelt Marianne Klos jetzt schon von Elversberg in die Kurt-Schumacher-Straße. In dieser Zeit „wanderte“ ihr Büro von der hinteren Gebäudeseite nach oben. Die Arbeit selbst ist heute so ganz anders als 1980 zu ihrer Ausbildungszeit. „Damals hatten wir Bankjournale,  Kassen- und Wareneingangsbücher“, das erscheint ihr heute fast vorsintflutlich, „als ob man 1850 gelernt hätte“. Als dann die Lochstreifen aufkamen „in Riesenmaschinen“, galt das schon als Wahnsinns-Fortschritt. „Die Bänder wurden weggeschickt, die Auswertung kam per Post.“ Dann führte man die Magnetplatten ein – auch die sind längst völlig überholt. „Heute am PC rechnet das Programm direkt alles aus, gigantisch.“ Aber den Azubis geht dadurch auch einiges verloren: „die Auswertung per Hand“ oder die manuelle Gehaltsabrechnung und Krankenkassenmeldung.  „Wer das einmal von der Pike auf gelernt hat, weiß einfach, wie es geht. Man hat das viel mehr verinnerlicht.“ 

Auch das Aufgabengebiet des ASB hat sich sehr gewandelt. „Es wird nicht langweilig.“ Relevant für ihre Tätigkeit war zum Beispiel, dass zu den Rettungswachen in Neunkirchen und Saarbrücken im Jahr 2014  Kleinblittersdorf  kam. Was gleich blieb, waren die zu bearbeitenden Vorgänge: Eingangsrechnungen, Zahlungsverkehr, monatliche Auswertungen, Jahresabschluss vorbereiten, Kostenrechnung und Finanzbuchhaltung. Um die Buchhaltung der Rettungswache Saarbrücken zu wuppen, genießt sie einmal im Monat Gastrecht in der Schaltzentrale der Wache. Für Marianne Klos sind diese Tage immer eine interessante Abwechslung. Es ist schön, „Teil vom Ganzen sein, mit Rettungswache und allem andern“.  

In ihrem lichten, funktional gestalteten Büro fällt der Wandschmuck sofort ins Auge: ein Sehnsuchtskalender mit Palmküste am türkisblauen Meer und ein Foto der Golden Bridge in New York. Klarer Fall von Fernweh. Die Frau, die hier jeden Tag am Rechner fleißig Zahlenkolonnen „verarztet“, lacht. Und verneint! „Ich fand die Bilder einfach toll.“ Aber wirklich hin muss sie nicht.  „Da sitzt man ewig im Flugzeug.“ Bretagne und Mittelmeer haben auch ihre Reize, genau wie es in Deutschland noch so viele schöne Flecken zu entdecken gibt. „Das reicht mir vollkommen.“ Fit hält sich Marianne Klos nach Feierabend mit Nordic Walking und Turnen im Verein, derzeit per Online-Kurs. Zur Entspannung darf es dann gern auch mal ein englischer Krimi auf der Couch sein. 

57 Jahre, so alt ist sie jetzt. Es kommt Marianne Klos vor, als seien die letzten Jahre im Handumdrehen vergangen. An Tagen wie heute, wenn man zurückschaut, „meint man, das wäre alles grad erst gewesen“, sinniert die Finanzbuchhalterin. Dann, ganz in Gedanken, fügt sie hinzu:  „Die Arbeit macht mir nach wie vor sehr viel Spaß. Ich möchte noch nicht aufhören.“ 

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