Ausbildung in der Altenpflege

Kein Jahrgang wie jeder andere

Beschränkungen und Auflagen prägten pandemiebedingt seit Frühjahr 2020 die stati-onäre Pflege – und damit zwangsläufig auch die Ausbildung in den Einrichtungen. Unterricht fand teilweise nur virtuell statt. Umso glücklicher sind die frisch gebacke-nen Pflegefachkräfte des ASB Saar über ihren Abschluss, der letzte Woche in der Ca-feteria des Samariter-Seniorendorfs „Im Burggarten“ Kirkel-Neuhäusel gebührend gefeiert wurde.

Evelyn Huhn macht aus ihrem Herzen keine Mördergrube. Sie sei „froh, dass es rum ist“. Und das ist wahrscheinlich noch untertrieben. Waren die letzten drei Jahre doch extrem anstrengend. „Ich habe öfters ans Aufhören gedacht“, verrät die gelernte Bürokauffrau, die früher auch als Bäckereiverkäuferin tätig war. Es ist keine Selbstverständlichkeit, mit 47 Jahren noch mal eine Ausbildung zu beginnen. Evelyn Huhn hat es trotzdem gewagt – und alles gewonnen. Zunächst vier Jahre in der Tagespflege beschäftigt, wechselte sie anschließend in den stationären Bereich. „Weil es mir gefallen hat.“ Ihr liegt die Arbeit mit älteren Menschen, „in der Pflege wusste ich plötzlich: Das ist es, was ich will.“

Gerade mal halb so alt wie ihre 50-jährige Kollegin ist Saskia Ebel. Auch sie gehört zu den acht Frauen, die ihre Ausbildung zur Altenpflegerin beim ASB diesen Sommer erfolgreich abschlossen – im Übrigen der letzte Jahrgang, der diesen Beruf noch auf die klassische Art und Weise erlernt. Inzwischen wurde die generalistische Pflegeausbildung eingeführt, die Alten-, Kinderkranken- und Krankenpflege vereint. Für Saskia Ebel war die Altenpflege „die richtige Entscheidung“, betont die 24-Jährige. Zunächst war es nicht mal ihr Traumberuf und begonnen hat alles mit drei Monaten Praktikum in der sozialen Betreuung. Dann absolvierte sie einen Probetag in der Pflege. Von da aus war es nur noch ein kleiner Schritt zum Bundesfreiwilligendienst beim ASB. Und jetzt ist Saskia Ebel eine Fachkraft, die ihren Beruf mit Freude ausführt. „Sonst würde es nicht funktionieren“, ist sie sich sicher. Natürlich ist es ein anstrengender Beruf, der einen sehr fordert. Im Ausgleich dafür gibt es jeden Tag Momente mit den Bewohnern, Angehörigen und Kollegen, „die gut sind“ - motivierende, Kraft spendende Momente, in denen man merkt, hier werde ich gebraucht, hier wird meine Arbeit gesehen und honoriert.

Alle acht Absolventinnen wurden übernommen. Eine Kraft wechselt in die ambulante Pflege, alle anderen unterstützen die stationären ASB-Pflegeeinrichtungen in Kirkel, Homburg und Illingen. „Einige von euch sind schon sehr lange da, Denise Klein hat mit 17 Jahren bei uns angefangen, ist also seit zehn Jahren eine treue Mitarbeiterin“, erinnerte Praxisanleiterin Lisa Braun in ihrer Ansprache. „Denise Steffens ist sogar schon seit ihrem 16. Lebensjahr im Haus, insgesamt also 7 Jahre.“ Stolz sind die Praxisanleiterinnen, dass ihre „Zöglinge“ trotz der „erschwerten Bedingungen durch Corona durchgehalten und ihre Ausbildung gemeistert haben“.

Dem schloss sich ASB-Landesgeschäftsführer Bernhard Roth an. „Wir haben gemeinsam die Herausforderungen der Pandemie gemeistert“. Von einem Tag auf den Anderen war alles anders. Die Fülle an Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen haben den Arbeitsalltag und die Routinen doch sehr verändert. Dazu kam die Sorge um die Bewohner der Einrichtungen, „niemand sollte sich einsam fühlen, gerade in der Zeit, als keine Besuche möglich waren“. Auch das konnte gemeinsam aufgefangen werden. Roth dankte allen Beschäftigten und einmal mehr den Azubis für ihr Engagement in dieser anstrengenden Zeit und fürs Durchhalten. Das sich bekanntlich auszahlte: „In unseren Häusern wurde keine einzige Person mit dem Corona-Virus infiziert“, ein Erfolg, der auch ein gutes Stück weit mit den acht Frauen nach Hause geht. Nebenbei mussten diese ordentlich büffeln und sich auf die Prüfungen vorbereiten. Und noch etwas sei in diesem Jahrgang besonders gewesen, bemerkte Roth: „Unsere Auszubildenden haben selbst Werbung um Nachfolger gemacht“ – in Videos, die auf der Homepage und in den sozialen Netzwerken online gestellt wurden. Auch das „ein absolutes Novum“.

„Alle haben durchgehalten, toll“, freute sich auch ASB-Landesvorsitzender Guido Jost. Wohlwissend, dass dies alles andere als selbstverständlich ist. Die anspruchsvolle duale Ausbildung plus die speziellen Corona-Rahmenbedingungen haben in der Branche anderswo dazu geführt, dass etliche die Ausbildung abbrachen und sich Ausbildungsklassen halbierten. „Wir sind sehr stolz, dass das bei uns nicht der Fall war.“ Jost und mit ihm alle Verantwortlichen hoffen nun, „dass die neuen Pflegefachkräfte lange in unserer ASB-Familie bleiben“.

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