Wünschewagen

Magie mal 3 für Max

Obwohl der Wünschewagen Saar derzeit nicht wie sonst auf Tour gehen kann, gelingt es dem Team um Jürgen Müller dennoch, Wünsche schwerkranker Menschen zu erfüllen. Wenn’s sein muss, auch ganz ganz schnell.

Manchmal öffnet man eine Mail oder nimmt ein Telefongespräch an, ohne zu ahnen, dass ein Countdown eingebaut ist. Beim Wünschewagen-Team kommt das allerdings relativ häufig vor. Ende letzter Woche war es wieder soweit: Da erreichte Jürgen Müller, Koordinator des Wünschewagens Saar, eine Mitteilung folgenden Inhalts: „Hallo Jürgen, ein kleiner Freund unserer Familie wird bald sterben. Er heißt Max und ist 7 Jahre alt. Im November wurde eine seltene, aggressive Form eines Hirntumors bei ihm entdeckt. Letzte Woche kam die Nachricht, dass man nichts mehr für ihn tun könne. Er liegt im Universitätsklinikum Homburg. Ich habe den Papa gefragt, ob der kleine Max noch irgendeinen Herzenswunsch hat. Nun, er ist ein riesiger Fan der Ehrlich Brothers, am liebsten würde er sie nochmal sehen, war die Antwort. Seit Freitag versuche ich alles, um irgendwie Kontakt herzustellen: E-Mail, Buchungsanfrage, Instagram, Facebook usw. Leider bisher ohne Reaktion. Vielleicht habt ihr irgendwelche Möglichkeiten, Max diesen Wunsch noch zu erfüllen?“ 

Und ob! Aber der Reihe nach: „Die Ehrlich Brothers zu erreichen, war wirklich nicht so ganz einfach.“ Daher schickte Müller am Donnerstag parallel eine Rundmail an alle Wünschewagen-Standorte und die Wunscherfüller. „Sehr schnell kam ein Kontakt zu Maxim Maurice zustande“, ein preisgekrönter Magier aus dem Saarland, erzählt der ASB-Mitarbeiter. „Nicht die Ehrlich Brothers, aber ein vollwertiger Ersatz.“ Es brauchte nur ein Telefonat mit Philipp Daub, so der bürgerliche Name des Zauberkünstlers, und schon war ein Termin gefunden: Bereits am Samstag wollte der Deutsche Vizemeister der Großillusionen Max mit einer Show in der Klinik überraschen.

So weit, so prima. Doch in Zeiten von Corona kann man nicht mal eben so in ein Krankenhaus hineinspazieren. „Zum Glück verfügt der ambulante Kinder Hospizdienst in Merchweiler über einen guten Draht nach Homburg und klärte das“, wofür sich Jürgen Müller noch mal ausdrücklich bei allen Beteiligten bedanken möchte. Doch es kam noch besser: „Am Freitagnachmittag meldete sich das Management von Andreas und Christian Ehrlich per Telefon bei mir.“ Zusätzlich hatte Maxim Maurice seinen privaten Kontakt zu den Brüdern spielen lassen. „Was dazu führte, dass wir am Samstag nicht nur eine frisch aufgezeichnete Videobotschaft der Ehrlich Brothers für Max im Gepäck hatten, sondern auch Geschenke der Brüder“, passgenau per Expresslieferung am Morgen zugestellt.

Erste Amtshandlung in der Uni Klinik Homburg war der Corona Test, „mein x-ter, Philipps erster, beide nach 20 Minuten Wartezeit negativ“, so Müller. Womit die Überraschungsrakete gezündet werden konnte: „Max schau mal, da sind zwei Männer zu Besuch.“ „Was wollen die denn“, wunderte sich der Junge. Beim Erklären wurden seine Augen immer größer, bis er wie ein Honigkuchenpferd strahlte. „Dieser Moment, der war unbezahlbar. Was gibt es besseres an einem Samstagmorgen“, schwärmt Müller.

40 Minuten lang verzauberte Maxim Maurice den jungen „Fahrgast“ des Wünschewagens mit seiner Kunst. Anschließend gab es die zweite Überraschung an diesem Tag für das totkranke Kind: ein Video von den Ehrlich Brothers, „nur für mich, die wissen sogar meinen Namen, oh wie geil“, war Max ganz aus dem Häuschen. Dabei stand noch Nummer 3 an: das Ehrlich Brother XXL-Fan-Paket mit Mütze, Handtuch, T-Shirt und noch so einigem mehr wie Lieblingsbecher Nr. 1 bis Nr. 5. Das Patientenbett musste im Übrigen sofort neu bezogen werden. Warum? Das Kopfkissen war von Hand unterschrieben – eine Autogrammkarte zum reinkuscheln! 

Für Philipp Daub war damit aber noch nicht Schluss. Hatte das Personal der Station KK 05 doch schon am Freitag angefragt, ob er noch eine weitere Privatvorstellung ermöglichen könne. „Ein Mensch wie er braucht da nicht viel überlegen“, spontan sagte der saarländische Magier auch das zu und machte damit ein Mädchen glücklich. Auf die Frage nach der Rechnung winkte der 31-Jährige aus Schwalbach ab: „Ein Kinderlächeln ist mehr wert als alles Geld der Welt!“

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